Eigentlich war ich ein eingeschworener Teetrinker, da die Filterkaffees die ich hier und da zu trinken bekam mir partout nicht schmecken wollten. Die Kaffees aus diversen Hotelautomaten und der Arbeitsstätte konnten mein Bild vom Kaffee nicht wirklich verbessern. Also blieb ich vorerst weiter beim Tee.
Nun muss ich eingestehen, dass ich ein absoluter Italien Fan bin. Immer wieder habe ich mich gefragt, warum ich dort so gut wie immer leckeren und für mich wohlschmeckenden Kaffee bekommen konnte. Ein nächster Versuch an Kaffee doch noch heran zu kommen war dann der Kauf eines Kaffeevollautomaten – nicht der Teuerste und auch nicht der Billigste. Aus Italien mitgebrachten Kaffee eingefüllt, Kaffebezug gestartet und … hm, Kaffee kann doch schon sehr unterschiedlich schmecken. Das war es also noch nicht.
Ich habe mit unterschiedlichen Kaffeesorten, Kaffeeherstellern und Einstellungen am Vollautomat experimentiert. Das Ergebnis wurde über die Zeit besser, aber immer noch kein Vergleich zu frisch gebrühten Espresso oder Cappuccino in einer Bar. Irgendwann wurde dann der Vollautomat inkontinent und die Zeit des Abschieds von ihm war gekommen. Vielleicht könnte ein besserer Vollautomat doch noch mehr aus der Kaffeebohne hervorbringen als der, den ich bis dato im Einsatz hatte. Ein passendes Gerät von einem deutschen Hersteller von Premium- Haushaltsgeräten war dann nach vielen Abwägungen gefunden. Tatsächlich eine bemerkenswerte Steigerung, aber immer noch nicht das Gesuchte.
Die Jahre vergingen und es wurmte mich noch immer nicht die richtige Art der Kaffeezubereitung gefunden zu haben. Mittlerweile konnte ich dem Tee auch nichts mehr abgewinnen – eine scheinbar ausweglose Situation.
Doch dann plante ich mit der besten Ehefrau von Allen einen erneuten Urlaub in Italien. Ein wahnwitziger Gedanke machte sich breit – warum nicht eine dieser Siebträger-Espressomaschinen dort kaufen, wo es auch den leckeren Kaffee zu trinken gibt? Und so kam es dann auch – seit diesem Urlaub steht nun eine weiße Izzo Vivi PID in unserer Küche. Flankiert wird sie von einer elektrischen Kaffeemühle des gleichen Herstellers. Der damit gebrühte Kaffee war nun um Längen besser als das, was aus dem Vollautomaten herauskam. Und das gleiche Spiel startete erneut – Kaffeesorten und Einstellungen der Maschine ausprobieren. Die besten Ergebnisse konnte ich mit Kaffees von Privatröstereien erzielen – die Röstungen aus dem Supermarkt versetzten mich nicht in Ekstase.
Also gut – zum Einen liegt es an der Kaffeemaschine und der -mühle, zum Anderen an dem verwendeten Kaffee. Die ersten beiden Einflussfaktoren hatte ich nun unter Kontrolle. Was blieb, war der Kaffee und die zugehörige Röstung. Also versuchte ich auch hier, ein vernünftiges Ergebnis zu erzielen. Gesagt – getan. Ich kaufte mir Rohkaffee verschiedener Sorten und einen Miniröster (150 g). Der damit geröstete Kaffee konnte schon fast überzeugen und über einen Zeitraum von ca. einem Jahr war selbst gerösteter Rohkaffee aus Äthiopien unser Kaffee der Wahl.
Nun ist auch dieser Miniröster Geschichte und seit Dezember 2023 steht ein Trommelröster mit PC-Steuerung im Keller. Die ersten Röstungen sind vielversprechend und ich bin überrascht, wie unterschiedlich die gleiche Kaffeebohne unter Verwendung von diversen Röstkurven schmecken kann.